Die Konferenz Evangelischer Kommunitäten (KevK)

Bischof i.R. Jürgen Johannesdotter bei der Christusbruderschaft Selbitz.
Bischof i.R. Jürgen Johannesdotter bei der Christusbruderschaft Selbitz.

In der Konferenz evangelischer Kommunitäten haben sich die ordensmäßig strukturierten Gemeinschaften im deutschsprachigen Raum zusammengeschlossen, d.h. solche Lebensgemeinschaften, deren Mitglieder als ehelose Schwestern und/oder Brüder leben.

Entstanden ist sie 1978 durch das Bemühen des Württembergischen Landesbischofs Dr. Helmut Claß, einen offiziellen Dialog der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit den Kommunitäten zu beginnen und sie stärker in die Kirche zu integrieren. Bis dahin hatten sich die Kommunitäten immer als erneuernde Kraft innerhalb der Kirche verstanden, wurden aber von der Kirche bzw. von den Kirchen mit Distanz und teilweise mit Misstrauen betrachtet. Rund 30 Jahre nach dem Aufkommen der ersten Kommunitäten (Evangelische Marienschwesternschaft 1947, Communität Christusbruderschaft 1949, Communität Casteller Ring 1950 – Taizé 1949 liegt außerhalb des deutschsprachigen Raumes) hat sich das Blatt völlig gewendet.

Seither benennt die EKD einen Bischof als Begleiter und Ansprechpartner der Kommunitäten und geistlichen Gemeinschaften. Nach Bischof Claß (bis 1990) hatten die Beauftragung Bischof Dr. Ulrich Wilckens (bis 2000), Bischof Dr. Christian Zippert (bis 2007) und seither Landesbischof Dr. Jürgen Johannesdotter inne.

Bis etwa 2000 war die KevK auf die Kommunitäten im Bereich der EKD beschränkt. Dann hat sie sich nach und nach für evangelische Gemeinschaften aus dem ganzen deutschsprachigen Raum geöffnet, d.h. besonders aus der Schweiz, aber auch aus Österreich und dem Elsass. Für diesen Bereich ist zwar der Beauftragte der EKD nicht mehr „zuständig“, aber für uns als Kommunitäten ist der Austausch miteinander über die Grenzen hinweg und das gegenseitige Wahrnehmen wichtig. Die jeweiligen beauftragten Bischöfe nehmen dabei die Rolle eines Begleiters und Beraters ein, für die wir sehr dankbar sind.

Die KevK lädt alle zwei Jahre zu einer Tagung ein, auf der sich leitende Geschwister der Kommunitäten begegnen, miteinander austauschen und thematisch arbeiten. Seit 2004 hat sie ihr Selbstverständnis schriftlich niedergelegt (zuletzt aktualisiert 2010).

Konferenz evangelischer Kommunitäten - Selbstverständnis

1. Ziele und Zusammensetzung

1.1. Die KevK gibt den evangelischen Kommunitäten im deutschsprachigen Raum die Möglichkeit zu Kontakten und zur Reflexion über den gemeinsamen kommunitären Weg.

1.2 Der KevK gehören evangelische Kommunitäten im deutschsprachigen Raum an, die seit mindestens drei Jahren und aus mindestens drei Brüdern bzw. Schwestern bestehen, die nach den drei evangelischen Räten und einer kommunitären Ordnung leben.

2. Aufgaben

2.1. Die KevK hat die Aufgabe, den Kommunitäten im deutschsprachigen Raum die Möglichkeit zu gegenseitiger Information, Austausch und Stärkung zu geben.

2.2. Die KevK ermutigt zu Kontakten mit den Kirchenleitungen und nimmt ihrerseits zur Klärung anstehender Fragen Kontakt zu den Kirchenleitungen auf.
Darin wird sie im Bereich der EKD von dem Bischof unterstützt, der von dieser zur Begleitung der Kommunitäten beauftragt ist.

2.3. Nach Bedarf setzt die KevK einzelne Arbeitsgruppen ein, z.B. den Theologischen Arbeitskreis und Noviziatstreffen.

3. Strukturen

3.1. Die KevK ermöglicht alle zwei Jahre ein Treffen der Kommunitäten (Tagung der KevK).

3.2. Zur Koordination werden fünf Kommunitäten gewählt, für drei Konferenzperioden, also sechs Jahre. Dem Koordinationsteam gehören die Leiter dieser Kommunitäten an. Für das Amt einer Koordinatorin / eines Koordinators kann von der Tagung der KevK ein weiteres Mitglied einer Kommunität in das Koordinationsteam gewählt werden. Die Leitung der Kommunitäten-Treffen wechselt in diesem Kreis nach Absprache und Möglichkeiten.

3.3. Wenn eine Gemeinschaft neu zur KevK dazukommen will, kann sie einige Tagungen mit Gaststatus besuchen. Danach kann sie die Mitgliedschaft beantragen.
Ausdruck der Mitgliedschaft ist ein kleiner jährlicher finanzieller Beitrag.

3.4. Zur Tagung der KevK können von jeder Gemeinschaft leitende Geschwister entsandt werden. Das Koordinationsteam kann weitere Geschwister zur Tagung einladen. Eine Einladung im Gaststatus kann das Koordinationsteam aussprechen, über die Aufnahme als Mitglied entscheidet die Tagung der KevK.