Das Treffen Geistlicher Gemeinschaften (TGG) in der EKD

Das Treffen Geistlicher Gemeinschaften ist die „Schwester“ der Konferenz Evangelischer Kommunitäten (KevK) und steht mit ihr in enger Verbindung. Im TGG begegnen sich die unterschiedlichsten Gemeinschaften, Kommunitäten, Netzwerke, Bruder- und Schwesterschaften im Raum der Ev. Kirchen. Im Gegensatz zur Konferenz Evangelischer Kommunitäten sind hier die verbindlichen geistlichen Gemeinschaften zusammengefasst, deren Glieder nicht unbedingt eine Verpflichtung zu einem zolibatären Leben eingegangen sind: viele dieser Gemeinschaften sind durch das Miteinander von Ledigen, Ehepaaren und Familien geprägt.

Der Gedanke, diese Gemeinschaften zu einem Treffen zusammenzurufen, entstand 2003 anlässlich eines Besuchs von Dr. Dominik Klenk (OJC) und Dr. Roland Werner (JG/CT) beim damaligen Kommunitätenbischof Dr. Christian Zippert. Es wurden zwischen 50-60 Gemeinschaften und Gruppierungen identifiziert, die zum ersten Treffen 2003 (auf Schloss Reichenberg/OJC) eingeladen wurden. Seitdem begegnen sich Entsandte aus den Mitgliedsgemeinschaften jährlich im November über den Bußtag (Dienstag bis Donnerstag), so 2004 in Craheim, 2005 in Ottmaring, 2006 Kloster Amelungsborn, 2007 in Kloster Kirchberg, 2008 im Kloster Volkenroda, 2009 auf dem Schwanberg, 2010 in Gnadenthal, 2011 in Triefenstein und 2012 wiederum im Kloster Volkenroda.

Auf dem ersten TGG-Treffen 2004 wurde ein Brief an den Rat der EKD verfasst, mit der Bitte, sich neu mit der Verortung der Kommunitäten und geistlichen Gemeinschaften zu beschäftigen und ihren Auftrag und den Ort ihrer Beheimatung in der Kirche zu beschreiben. Der Rat nahm dieses Anliegen auf und setzte einen Ausschuss unter Leitung von Bischof Zippert und Oberkirchenrat Thies Gundlach ein. Das Ergebnis dieser Beratungen wurde 2007 als „EKD-Text 88 - Verbindlich leben Kommunitäten und geistliche Gemeinschaften in der Evangelischen Kirche in Deutschland“ veröffentlicht.

Treffen Geistlicher Gemeinschaften (TGG)

(Familienkommunitäten, Lebensgemeinschaften, Bruderschaften und Schwesternschaften)

Selbstverständnis

1. Zusammensetzung

1.1. Zum TGG werden evangelische Familienkommunitäten, Lebensgemeinschaften sowie Bruder- und Schwesternschaften eingeladen, die sich auf bestimmte geistliche Verbindlichkeiten gründen. Diese entsenden verantwortliche Glieder zum TGG.

1.2. Es handelt sich dabei sowohl um Gemeinschaften, deren Glieder verstreut wohnen, als auch um solche, deren Glieder in örtlicher Nähe miteinander leben.

1.3. Die Gemeinschaften verstehen sich in ihrer Unterschiedlichkeit als einander ergänzende Glieder am Leib Christi.

1.4. Zum TGG zugehörige Gemeinschaften bestehen seit mindestens fünf Jahren, haben mindestens sieben Mitglieder und an mindestens drei Jahrestreffen teilgenommen. Dies ist auch Voraussetzung, um auf die Homepage (www.evangelische-kommunitaeten.de) aufgenommen zu werden. Andere Gemeinschaften können als Gäste eingeladen werden.

1.5. Die Mehrzahl der Mitglieder in unseren evangelischen Gemeinschaften gehört in der Regel einer evangelischen Landeskirche an.

2. Aufgaben und Ziele

2.1. Das TGG gibt den evangelischen Gemeinschaften im Bereich der EKD die Möglichkeit zu Kontakten, zum Austausch, zur Reflexion und zur Stärkung auf ihrem Weg.

2.2. Das TGG sieht sich als Ergänzung zur Konferenz Evangelischer Kommunitäten (KevK). Ähnlich wie diese versuchen wir, verbindliches geistliches Leben (z.B. die evangelischen Räte) in unserem besonderen Lebenskontext zu verwirklichen.

2.3. Das TGG möchte die Gemeinschaften ermutigen, Kontakte zu den örtlichen Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und den Landeskirchenleitungen aufzunehmen und nimmt seinerseits zur Klärung anstehender Fragen Kontakt zu den Kirchenleitungen (Landeskirchen und EKD) auf. Darin wird es vom zuständigen Beauftragten des Rates der EKD unterstützt.

3. Strukturen

3.1. Bis auf weiteres findet das TGG jährlich statt.

3.2. Das TGG wählt sich einen Vorbereitungskreis von 4 bis 8 Vertretern, der das Treffen für jeweils drei Konferenzen vorbereitet und koordiniert.

3.3. Die Leitung der Treffen der TGG wechselt nach Absprache.

3.4. Die Treffen finden nach Möglichkeit in Häusern von teilnehmenden Gemeinschaften statt.

Formuliert und angenommen auf dem Treffen Geistlicher Gemeinschaften in Schloss Craheim am 18. November 2004, ergänzt im November 2013.

Den Vorbereitungskreis des TGG bilden gegenwärtig (2014 für drei Jahre neu gewählt): Clementine Haupt-Mertens (Kloster Wennigsen), Gerhard Knodt (Emmaus-Lebensgemeinschaft), Frank Lilie (Ev. Michaelsbruderschaft), Annegret Lingenberg (Oblatinnen Schwanberg), Elmar Oertel (Emmaus- Lebensgemeinschaft), Thomas Sense (Via Collegiata Christiana), Irísz Sipos (Offensive Junger Christen).

Das Treffen Geistlicher Gemeinschaften (TGG) und die Konferenz Evangelischer Kommunitäten (KevK) treffen sich gelegentlich auf gemeinsamen Tagungen und entsenden jeweils etwa zwei Mitglieder ihres Leitungskreises zu ihren jährlichen oder zweijährlichen Tagungen.